Bolivien/ Chile
Die Feuerberge der Cordillera Occidental

Montag 09.06.2003 Fahrt von La Paz über Oruro nach Toledo
Heute steht uns eine ca. 8 stündige Busfahrt auf dem Altiplano bevor
. Außerdem unsere erste Zeltnacht auf 3.800 m. Siggi hat uns schon auf die kalten Nächte vorbereitet (letztes Jahr, bei der gleichen Tour, hatte er bis zu minus 20 Grad). 
Unsere Fahrt führt uns nach einer ganzen Weile durch Oruro, einer ehemaligen Silberminen-Stadt. Zwischenzeitlich sind fast alle Stollen stillgelegt. Die Stadt wirkt in den Außenbezirken recht trostlos, was sich in der Stadtmitte ändert. Trotzdem liegt keinem etws daran auszusteigen, so tanken wir nur und fahren weiter, so gut es geht. Unser Bus funktioniert nicht so richtig, wie er sollte. Hört sich ziemlich nach Fehlzündungen an. Wir machen etwas früher Mittagspause, Hidalgo, Lusio und Miguel wechseln derweil die Zündkabel, die sie vorsorglich schon dabei haben. Danach geht es wieder eine Weile etwas besser. Wir fahren in einen Nationalpark ein, woraufhin die Besiedlung deutlich abnimmt. Der Bus will nun wirklich nicht mehr richtig. Es folgen 2 oder 3 Pausen, in denen die Drei wieder versuchen den Bus flott zu bekommen. Sie sind dabei recht hartnäckig. Wir sind ca. 70 km vor unserem eigentlich Ziel. Nachdem der Bus noch auf vielleicht einem Zylinder mit ca. 20 Stundenkilometer "voranhüpft" beschließen sie sobald ein Auto vorbeikommt, das einer nach Oruro zurück fährt und in La Paz anruft. Aber auch diese Aktion zieht sich hin, da der Erste gnadenlos vorbei fährt und der Zweite doch eine Weile auf sich warten läßt. Ach ja, Handy! Schön wär's, funktioniert hier draußen natürlich nicht! Nachdem Miguel auf den Lkw aufgesprungen ist, versuchen wir in die nächste Ortschaft, Toledo, weiter zu schleichen. Vielleicht haben die ja ein Telefon. Zu unserer Überraschung haben die sogar ein Satelliten-Telefon! Wer sagt's denn! Tja nun können wir zwar telefonieren, aber wir erreichen Ernesto nicht! Aber wir machen eine Zeit aus und probieren es später noch mal. Nachdem heute keine Bus-Reparatur mehr möglich ist, schlagen am Ortsrand von Toledo unsere Zelte auf. Siggi meint das wäre gar nicht schlecht, weil es noch hell ist und wir uns so beim ersten Zeltaufbau leichter tun. Unser Zelt steht ohne größere Probleme, nicht perfekt, aber es steht. Als die Sonne weg ist, wird es schnell recht kühl. Unser erstes Abendessen im Gemeinschaftszelt. In der Nacht muss ich mehrmals raus. Dies ist aber ein gutes Zeichen, da der Körper, wenn er in die Höhe kommt erst mal Wasser sammelt und wenn er sich angepasst hat, es wieder abgibt. Hätten wir das auch geschafft.

Lamaherde Lama Mittagessen Dorothea und Gisela
Busstop! Einer der diversen ... ewig weite Landschaft Miguels Umstieg Toledo
erster Zeltplatz bei Toledo Abendessen im Gemeinschaftszelt Toledo am frühen Morgen

Dienstag, 10.06.2003 Fahrt von Toledo zum Salar de Coipasa
Es ist ziemlich frisch heute morgen! Siggi kommt mit seinem Thermometer an, es zeigt -15 Grad an! Na prima, kein Wunder das mir im Schlafsack ziemlich kalt war. Nun weiß ich, das mein Schlafsack nicht wirklich für -15 Grad zu gebrauchen ist. Also werde ich wohl etwas mehr anziehen müssen. Während wir aufstehen, packen und die Zelte abbauen, ist Ernesto mit einem Mechaniker gekommen und schraubt bereits am Bus rum. Nach dem Frühstück steht der Bus abfahrbereit da! Das hätte ich nicht gedacht. Den Zündverteilerkopf haben sie ausgewechselt.
Kurz nach Toledo hört die asphaltierte Straße auf und es wird staubig. Unsere Fahrt führt uns durch herrliche Kakteenlandschaften, vorbei an einem verlassenen Dorf, Caripaya, und Grabtürme (Chullpas) bekommen wir zu sehen. Nicht zu vergessen die weite Landschaft und die Berge. Mittag gibt's in Sabaya, Avocado-Salat und Lamakäse.
Danach suchen wir einen Brunnen, da wir noch Frischwasser brauchen. Als wir mit unserem Bus anhalten, kommen alle Kinder des Dorfes zu uns. Na, das ist doch ein gute Gelegenheit unsere Stifte zu verteilen.
Schließlich kommen wir an den Salar de Coipasa, 3.800 m. Ein Salzsee in dessen Mitte, auf einer Insel, der Pucarani 4.915 m steht. Ein beeindruckender Anblick. Noch beeindruckender sind die Salzarbeiter die das Salz abbauen! Der eine sticht Rechtecke mit dem Stemmeisen raus. Der Andere stellt die Rechtecke zum trocknen auf (Die Handschuhe bestehen aus einer zurechtgeschnittenen Gummimatte, die mit Bändern an den Händen festgebunden ist). Wenn sie getrocknet sind, werden sie zerhackt und kommen mit dem Schubkarren auf den Lkw.
Erschwerend hinzu kommt die extrem grelle Sonne bzw. deren Reflexion auf dem Salz, ohne Sonnenbrille nicht auszuhalten. Ich empfand es heller, als reflektierender Schnee! Daher sind die Arbeiter auch meist ziemlich vermummt (Sonnenschutz).

Kakteen Kakteen im Gegenlicht Kakteen Lama
Caripaya Bolivien Bolivien Dorf Caripaya
Dorf Caripaya Guallatiri Weite Landschaft und ein Bus Grabtürme (Chullpas)
Salzabbau am Salar de Coipasa Salzabbau am Salar de Coipasa Salar de Coipasa Salar de Coipasa und Pucarani 4.915 m
Bolivianische Kinder Bolivianische Kinder Bolivianische Kinder Bolivianische Kinder
Bolivianische Kinder

 

Kakteen Dorf Caripaya Das Innere der Grabtürme (Chullpas)

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