Bolivien/ Chile
Die Feuerberge der Cordillera Occidental

Freitag 13.06.2003 Besteigung des Isluga 5.510 m
Heute ist der erste Tag an dem wir die 5.000 m überschreiten. Den Gipfel können wir vom Lager aus nicht sehen, aber den Rauch, der aus dem Krater hoch steigt. 
5:00 Uhr wecken, es war saukalt, -25 Grad. Im Zelt hatte es Raureif! Selbst unsere Mützen waren mit Raureif bedeckt. Mein Schlafsack taugt mit Sicherheit nicht für -25 Grad!
5:30 Uhr Frühstück, recht chaotisch, da die Leute von der zweiten Gruppe auch schon da waren. 6:00 Uhr wollten wir, die langsamere Gruppe, abfahren, aber bis alle ihr Geschäfte erledigt hatten, war es 6:15 Uhr. Im Jeep war es auch saukalt, dann sind wir auch noch an der Abzweigung vorbei gefahren, da die Frontscheibe auch völlig vereist war. Zum Schluss saß Lucio auf dem Dach und gab Klopfzeichen, was muss das erst saukalt gewesen sein, mit dem Fahrtwind! Um 6.45 Uhr waren wir endlich am Abmarschpunkt!
Das laufen viel am Anfang sehr, sehr schwer ... tiefgefroren läuft es sich einfach nicht gut! Nach anfänglichem gemächlichem Anstieg ging es nach der ersten kurzen Pause, in steileres Aschegelände. Den vermeintlichen Gipfel im Blick, erst oben haben wir gemerkt, das da noch einer hinten dran kommt ...
200 -300 m unter dem Gipfel haben wir dann eine ordentliche Vesperpause gemacht, bis wieder alle beisammen waren. Kurz nach der Pause, ein paar Meter weiter, standen uns die Tränen in den Augen, wir waren auf ca. 5.400 m und standen an einem riesigen Krater, der teilweise gelblich schimmerte und kräftig rauchte, ein gigantisches Naturschauspiel. Leider je nach Windrichtung, nicht unbedingt geruchsneutral. Teilweise so ätzend, das uns der Atem stockte, da half nur irgend ein Kleidungsstück vor die Nase zuhalten. Den Moment an dem wir an dem Krater ankamen und unser Blick in den Krater viel, werden wir nicht so schnell, wenn überhaupt, vergessen, ein unbeschreibliches Glücksgefühl.
Zum Gipfel war es dennoch über eine Stunde. Der Gipfel war schön und hoch, aber kein Vergleich zu dem Blick in den Krater. Der Abstieg ging in Schutthalden sehr steil und schnell hinunter.
Angekommen im Lager konnten wir uns an einer heißen Quelle auf 4.300 m waschen. Dies war auch nötig, da die feine Asche fast in jede Ritze gekrochen war. Beim Anblick meiner Klamotten, hab ich mir schwer überlegt, ob ich den Fotorucksack überhaupt aufmache, aber mit Freude habe ich festgestellt, das kein Krümel nach innen gelangt ist, da hat sich die Investition in den alles andere als billigen Fotorucksack (Lowe Pro) gelohnt! 
Um den Tag angemessen zu beenden, genehmigten wir uns einen Becher vom dem sehr guten chilenischen Wein.

Samstag 14.06.2003 Fahrt zum Nationalpark Salar de Surire
Heute war wieder ein Ruhetag bzw. Fahrtag. Aufstehen erst um 7:00 Uhr, in aller Ruhe frühstücken, Zelt abbauen und so gegen 10 Uhr ging es zum nächsten Camp.
Unterwegs gab es dann Andengänse, Rallen, Nandus und Vicunas zu beobachten. Alle samt sehr schwierig zu fotografieren, da sehr scheu. Daneben haben wir an einem Stop auch Viscajas, Andenhasen, gesehen. Die sehen aus wie unsere Hasen nur mit einem Ringelschwanz. Unser Camp heißt Polloquere und liegt auf 4.320 m, direkt an einem kleinen See mit einer heißen Quelle. So heiß das die Luftblasen am Rand aufsteigen. Heike hat am Nachmittag gebadet. Eigentlich sehr skurril, Baden auf 4.300 m Höhe und um einen herum sind  die Gipfel bis 5.500 m hoch und mit Schneekuppen bedeckt!
Von unserem Lager aus sieht man die Vicunas über den Salzsee ziehen, aber sobald man sich ihnen zum fotografieren nähert ziehen so davon, ziemlich scheu die Tiere.
Zum Nachtisch gab es heute Abend Vanillepudding von Berta, was die Frau in der Höhe und mit den einfachen Mitteln kocht ist einfach unglaublich. Wir bekommen jeden Abend, Suppe, Hauptspeise (meist mit Fleisch) und eine Nachspeise und alles zusammen immer sehr schmackhaft!

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