Bolivien/ Chile
Die Feuerberge der Cordillera Occidental


Dienstag 17.06.2003 Gipfeltag, Besteigung des Guallatiri 6.061 m
Wecken 4:30 Uhr, -20 Grad, ein Kaffee, essen kann ich noch nix, aber ich packe viele Riegel in meine Taschen. 5:36 Uhr Abfahrt mit dem Jeep an den Berg. Die Fahrt dauert 39  Minuten. Während der Fahrt wird es uns ziemlich kalt. Irgendwie hat das was von unruhigen Rennpferden vor dem Start. Beim Loslaufen ist es noch dunkel, es geht über sehr grobes Geröll, das richtige im Dunkeln, jetzt bloß nicht den Haxen vertreten. Wir queren auch hauptsächlich, d.h. wir gewinnen kaum Höhe und werden dadurch auch nur ganz langsam warm. Dann geht es eine steilen Geröllhang hinauf, je nach Spur immer mal wieder einen halben Schritt zurück. Außerdem müssen wir aufpassen, das wir nicht Steine lostreten und uns gegenseitig "abschießen". Nach einer Weile bricht der Tag an, ein traumhaftes und unbeschreibliches Erlebnis, wenn langsam die Sonne aufgeht. Die Farben die sich durch die Sonne, an den in der Nähe liegenden Bergen ergibt, reicht von rosa, über orange bis Gelb. Am Ende des Geröllhanges geht es in sehr engen Kehren hinauf. Große Pause, trinken, essen und Steigeisen anziehen. Wir sind auf ca. 5.600 oder 5.700 m Höhe. Die Steigeisen haben einen großen Vorteil, man rutscht nicht mehr einen halben Schritt zurück. Dafür muss man sehr konzentriert gehen, damit man sich die Steigeisen nicht in die Hose oder noch schlimmer in die Wade rammt. Es geht recht steil aufwärts, aber es lässt sich gut laufen. Auf 5.895 m habe ich auf meinen Höhenmesser geschaut, die Höhe des Kilimanjaro, dem höchsten Punkt in Afrika! Auf dem Vorgipfel haben wir 6.000 m! Wir sind sehr glücklich, es hat wie bisher immer traumhaftes Wetter. Wir freuen uns schon riesig, die ersten Tränen kullern, aber Siggi meint es geht noch weiter, recht hat er. In eine kleine Senke, auf hartem Firn, naja so hart dann doch nicht das er 90 Kilo tragen würde. Ich sinke teilweise Knietief ein. Dann geht der Weg wieder ein Stück bergauf, um auf einem Grat entlang zum Gipfel zu führen. Fantastisch. Auf dem Grat rufe ich Heike hinterher, da ich Bilder machen möchte, aber durch den Wind habe ich fast keine Chance. Irgendwann hört sie mich doch. Zum Schluss geht es wieder ein klein wenig runter, um dann im Fels, teilweise mit allen Vieren auf den Gipfel zu gelangen. Wir stehen auf 6.061 m. Wir liegen uns in den Armen. Der Wind bläst recht ordentlich, wodurch wir immer wieder den Rauch samt Schwefelgeruch in die Nase bekommen. Der Rundblick war grandios. 
Der Abstieg hat auch noch mal ordentlich Kräfte gekostet, aber kein Vergleich zum Aufstieg. Die steile Geröllrinne ging es flott bergab. Wie immer zog sich der Weg am Ende endlos. Wir waren fast 12 Stunden unterwegs und kurz nachdem wir ins Lager kamen, ging die Sonne auch schon unter. Nach einem reichlichen und leckeren Abendessen von Berta, begleitet von chilenischem Wein,  gingen wir glücklich und zufrieden in unsere Zelte schlafen. 

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