23.12.2002 Beim Aufstehen entdecken wir, dass uns heute morgen eine ganze Herde Giraffen besucht. Außerdem ist schönes Wetter und wir sehen zum ersten Mal den Kilimanjaro, beeindruckend aus einer Höhe von 1.500 m auf 5.895 m hoch zu schauen. Nach dem Frühstück geht’s wenige Meter mit dem Bus zum Momella Gate, von wo aus wir los laufen. Am Gate bekommen unsere Träger unser Gepäck. Außerdem treffen wir auf unseren Guide bzw. Ranger, der ein Gewehr  bei sich trägt, für den Fall, dass wir Probleme mit wilden Tieren bekommen, auf die wir unterwegs stoßen könnten. Unser Weg führt durch einen Nationalpark mit reichlich Tieren. Wir treffen auch bald auf Giraffen, Wasserbüffel und Warzenschweine. Später sehen wir noch einen Buschbock und Affen die hoch oben in den Baumwipfeln herumklettern. Höhepunkt sind 2, ca. 20 – 30 Meter von uns wegstehende, stattliche Elefanten. Woraufhin Said unser Ranger seinen Gewehr von der Schulter nimmt und Zeichen macht das wir uns ruhig verhalten sollen. Die Elefanten machen sich aber schnell davon. Auf die Frage, ob er schon mal schießen musste, meint er: ja, aber noch nicht gezielt. Bisher hätten Warnschüsse in die Luft die Tiere verjagt. Wir laufen bei Sonnenschein und leicht bewölkten Himmel los. Die letzte Stunde fängt es leicht an zu regnen, bia daraus ein tropischer Regen wird. Dies hat natürlich zur Folge, dass wir trotz Regenkleidung von innen und von außen nass sind. Die Luftfeuchtigkeit führt ohnehin nach kurzem Weg zu heftigem Schwitzen, trotz Funktionskleidung. Der tropische Wald ist sehr beeindruckend. Ich kannte so was bisher nur aus dem Fernsehen. Es ist alles sehr grün, der Boden ist komplett mit verschiedenen Pflanzen bewachsen. An den Bäumen hängen unheimlich viele Flechten. Teilweise sind die Bäume dermaßen damit behangen, dass sie wie vollkommen überladene Christbäume wirken. An der ersten Hütte angekommen beziehen wir unser Nachtlager, ein Massenlager für ca. 30 Wanderer. Ich habe aber Ohrenstopfer dabei, die mir eine angenehme Nachtruhe garantieren.

 

24.12.2002 Am nächsten Morgen geht es bei leichtem Nieselregen weiter, die nächsten 1.000 Höhenmeter hoch. Leider hört der Regen die ganzen 4 Stunden Aufstieg nicht mehr auf. Ganz im Gegenteil, wird er teilweise wieder ziemlich heftig. Dies hat zur Folge, das der Pfad vollkommen aufgeweicht ist. Oftmals geht es 2 Schritte nach oben und einen zurück. Zudem ist die Fallwahrscheinlichkeit extrem hoch, was in dem Matsch, alles andere als eine Freude wäre. Auch auf diesem Weg ist die Natur wieder sehr beeindruckend. Aber aufgrund des Wetters habe ich überhaupt keine Gelegenheit zu fotografieren.  An der Hütte angekommen beziehen wir unsere Zimmer, diesmal sind es 4-Mann-Zimmer mit Stockbetten. Nachdem es immer noch regnet und aufgrund der sehr hohen Luftfeuchtigkeit haben wir, außer direkt am Körper durch die eigene Wärme, keine Möglichkeit unsere Kleidung zu trocknen. Am Nachmittag kommt ein Guide mit der Frage, ob wir nicht noch auf den Little Meru steigen wollen. Es regnet ausnahmsweise gerade mal nicht. Nachdem ich eh nicht weis, ob ich auf einen der anderen Gipfel komme, gehe ich mit, aber auch weil ich, etwas für meine Höhenanpassung tun möchte. Vielleicht geht ja dann mein leichtes Kopfweh weg. Von unserer Gruppe gehen lediglich 6 mit. Es reist sogar leicht auf, wodurch wir ein wenig von der umliegenden Landschaft sehen können. Da ich bereits 1.000 Höhenmeter in den Beinen habe, muss ich doch sehr heftig schnaufen. Ich lasse die Anderen laufen und gehe in meinem Tempo hinterher. Als wir alle auf dem Gipfel stehen scheint sogar die Sonne, klasse nun ist wenigstens die Kleidung, die wir anhaben, wieder trocken. Leider habe ich keinen Foto dabei. An der Hütte wieder angekommen, schmeißt uns Herbert aus der Hütte, um uns kurz drauf wieder reinzuholen. Auf unserem Tisch brennen Kerzen und jeder bekommt ein kleines Päckchen mit Weihnachtsplätzchen, es ist Weihnachten! Nachdem es am nächsten Tag um 2 Uhr losgeht, gehen wir alle sehr früh ins Bett (19:15h).  

25.12.2002 Wecken 2 Uhr, kurz ein Tee und 2:30 Uhr Abmarsch!
Nachdem ich gestern am Little Meru so heftig gekeucht habe, mache ich mir wenig Hoffnung auf den Gipfel des Mt. Meru. Nachdem ich es mit Herbert besprochen habe, gehe ich dennoch mit und schaue wie weit ich komme. Nach etwas mehr als einer Stunde erreichen wir den Rhinopoint ca. 300 Höhenmeter sind geschafft. Wobei ich bereits hier heftig pumpen muss. Danach geht es aber wieder runter, wir queren diverse Felsvorsprünge, immer auf und ab, als ich wieder auf meinen Höhenmesser schaue zeigt der gerade mal 345 m Höhenmeter gegenüber der Hütte an. Nach 2:20 Std., d.h. ich hätte noch ca. 2 ¾ Stunden vor mir, mit ca. 700 Höhenmeter. Keine Chance ich beschließe umzukehren. Einer der 3 Guides geht mit mir zurück. Das ist auch gut so, da es immer noch dunkel ist, wie wieder mal in Wolken stehen, d.h. Sicht und Orientierung ist gleich null. Auf dem Rückweg verliere ich vollends meine Kraft, obwohl es meist runter geht und wanke hinunter, zum Schluss kann ich kaum mehr gerade aus laufen und die Augen auf halten, vor Erschöpfung. Angekommen lege ich mich in ein freies Bett und schlafe erst mal eine Stunde. Dann kommt der Assistent-Cook und fragt mich ob ich etwas zu trinken möchte. Na sicher, das weckt die Lebensgeister! Danach gehe ich um die Hütte herum und fotografiere. Sofern es ausnhamsweise mal nicht regnet. Danach döse ich noch mal ein knappe Stunde. Irgendwann kommen die ersten zurück, geschafft aber glücklich. Bis alle wieder da sind vergeht aber noch eine Weile. Dann gibt es erst mal Lunch. Nachdem alle ziemlich kaputt sind versucht Herbert, das wir noch eine Nacht bleiben können, was dann auch zum Glück möglich ist. Normalerweise hätten wir nämlich noch 1.000 m absteigen sollen und das im strömenden Regen, was den Weg zur einer absoluten Rutschbahn gemacht hätte. So gehen wir wieder relativ zeitig ins Bett um uns auszuschlafen.

Little Meru 3.800 m und Momella Lodge KIlimanjaro von der Momella Lodge aus (Westen) Meru 4.566 m, Little Meru 3.800 m und Momella Lodge Afrikanische Nacktschnecke
Chamäleon Chamäleon Büffel, Giraffen und Warzenschweine beim Aufstieg Unterwegs im Regenwald
Pause In der Miriakamba Hut (alle nass!) Miriakamba Hut Träger nach getaner Arbeit
Peter Weihnachten in der Saddle Hut
Heike Little Meru Saddle Hut und Little Meru 3.800 m Trocknungsversuche
Bernhard Blick hinunter in die Ebene

 

Fackellilien Fackellilie

     Kilimanjaro