So 20.05.2001 "Eingehtour"

Ausschlafen! Frühstück 8:30 Uhr im Freien! Mit allem was das Herz begehrt. So kann der Tag anfangen! Nachdem wir sehr gemütlich gefrühstückt haben, geht's los Richtung Nordosten, wir möchten eine "kleine" Eingehtour machen. 

Rosi und Frank (©Frank) Frühstück! Zaungäste beim Frühstück Zaungäste beim Frühstück

Von Tarborno aus gibt's 2 Möglichkeiten, ein Spaziergang eine Stunde um den Roque .... oder eine Rundtour ca. 3 Stunden. Spaziergang? Nein, wir entscheiden uns für die Rundtour. Beschreibung lt. Dumont Wanderführer: Mittelschwere Tour auf Dorfwegen, Maultierpfaden und steilen Felssteigen: in einigen Passagen ist Trittsicherheit erforderlich. Gehzeit: 3 Std., An-/ Abstiege 500 m. Markierung: Einige grüne und rote Punkte und Pfeile. Ich hab während der ganzen Tour, lediglich zweimal rote Farbreste an Steinen gesehen ... Erstmal den Einstieg finden, ist aber gut beschrieben und klappt auf Anhieb. Nach ca. einer halben Stunde kommen uns 2 Deutsche entgegen, der Weg wäre zu, mit einem Wellblechgatter ... ca. 30 - 40 Min. suche nach dem rechten Pfad, bis ich mir sag ich schau mir das Gatter mal selbst an ... Gatter aufmachen, durch gehen und weiter wandern, so einfach wär's gewesen ... nun gut. Dann geht's steil bergab nach Afur. Unterwegs überholen wir 2 vespernde Spanier mit denen wir uns noch ständig gegenseitig überholen werden bis runter ans Meer. Ach ja bei der Eingehtour wollten wir nicht soviel Wasser mitnehmen, aber selbst das bißchen haben wir vergessen. Zum Glück können wir in Afur eine kühle Flasche Wasser kaufen und 2 Äpfel: "Tres" meint der ältere Verkäufer und ich geb ihm ohne zu überlegen dreitausend Peseten. Er lacht nur, es wären umgerechnet ca. 38 Mark gewesen!! Nachdem wir unsere 300 bezahlt haben wird erst mal der Durst gelöscht. 

San Cristobal de la Laguna Anaga Gebirge im Osten der Insel Taborno 650 m mit dem Roque de Taborno 706 m Las Casas de Afur
Feigenkaktus Kakteen ... ... ohne Ende!

Wo wir so auf der Bank sitzen schaue ich hoch, wo wir herkommen und denke: Das wird noch ganz schön heftig, da wieder hoch. Heike erzähle ich lieber nichts von meinen Eindrücken. Wir müssen nun erst noch ca. 180 Meter runter und dann geht's steil bergauf zurück zum Auto. Bevor's hoch geht haben wir die Möglichkeit bis an den Atlantik runter zu gehen, was wir auch machen. Kurz vor dem Atlantik zeigen uns die beiden Spanier den Weg nach Taganana, wir erklären ihnen aber das wir nach Taborno weiter wollen. Sie schauen sehr ungläubig, zeigen steil den Hang rauf und der eine meint was von wegen dangerous. Wir nicken nur und ich hoffe schwer das er jetzt nicht noch anfängt irgendwelche Horrorstorry's zu erzählen, um uns völlig zu verunsichern. 

Fast am Atlantik angekommen ... Wo geht's nun hoch? Irgendwo da hinten rechts geht's hoch ... Ein letzter Blick zurück.

Wir gehen erst mal zum Atlantik. Es ist sehr beeindruckend, du gehst zuerst oben zwischen Hügeln in ca. 600 m Höhe und wanderst durch eine Schlucht bis runter zum Meer. So nun geht’s wieder ein paar Meter zurück, den Weg suchen, wo es zurück und hoch geht. Beim runter laufen zum Meer hätten wir den eigentlich schon sehen müssen ... die Suche bleibt erfolglos, nachdem wir aber weiter hinten einen alten Mann auf der anderen Seite gesehen haben, beschliessen wir, den zu fragen, sofern er uns versteht. Er versteht uns, schaut uns etwas musternd an, erzählt diverses auf spanisch und zeigt auch wieder steil den Hang hoch, merkt aber das wir kein Wort verstehen und gibt uns dann zu verstehen, das wir ihm folgen sollen. Er hat Stoffschuhe zum reinschlupfen an, die schon recht zerissen sind, wie sein dünnes Hemd. Ich würde schon gerne wissen von was und wie der hier lebt? Irgendwann zeigt er uns einen vom Hauptweg abgehenden kleinen Pfad, den wir ohne ihn vermutlich nie gefunden hätten. Er zeigt steil nach oben und hält die Hand auf. Ich gebe ihm gerne ein paar Peseten. Wir steigen hoch und wer kommt von der Seite auf unseren Pfad, die 2 Deutschen von heute morgen. Sie hatten auch schon wieder gesucht. Aber nun scheinen wir ja endlich wieder auf dem richtigen Weg. Wir gewinnen schnell an Höhe und schnaufen dementsprechend. Es ist sehr, sehr mühsam, da wird mir klar, wir haben viel zu wenig getrunken. Ich nehme Heike den Rucksack ab, da sie für ihre Verhältnisse heftig schnauft. Wir trinken. Schon besser, aber wir haben uns bei gleichen Anstiegen auch schon wesentlich leichter getan, aber es geht voran. Ich schaue immer wieder auf meinen Höhenmesser, leider zeigt er nie die Höhe an die ich gerne sehen möchte. Ich teile die aktuelle Höhe Heike auch nie mit, da ich weiß, wenn ich ihr sage wie hoch bzw. niedrig wir "erst" sind, stöhnt sie. Da kommt die Frage und kurz danach das stöhnen, wußte ich's doch. Wir machen wieder Pause und trinken. Die beiden Deutschen überholen uns. Dann stehen die wieder und trinken. Weiter oben rasten sie um was zu essen und sie bieten uns netterweise auch was an. Wenn ich jetzt was esse klebt es mir den Mund komplett zusammen! Nein, nur das nicht, außerdem will ich endlich oben ankommen. Die Schlucht scheint kein Ende nehmen zu wollen, wenn ich nach oben schaue. Endlich geschafft, ziemlich kaputt, aber es war sehr, sehr schön. Mit dem Auto geht’s schnell zurück und zu Hause trinken wir erst mal ausgiebig.

Teneriffa