Di 22.05.2001 Pico del Teide 3.718 m
Frühstück 7:30 Uhr eigentlich wollten wir die Mascaschlucht heute hinunter, aber der Pico del Teide 3.718 m zeigt sich das erste mal in kompletter Schönheit. 

Pico del Teide 3.718 m früh morgens ... ... etwas später ... Blick aus unserem Turmzimmer auf Puerto de la Cruz ... von unterwegs.

Hmm, und nun? Wir entscheiden uns dafür heute auf den Teide zu gehen. Die Anfahrt dauert ca. 1 Stunde über recht kleine und kurvige Straßen. Die Landschaft ist äußerst beeindruckend. Der Pico del Teide ist ein m.W. noch aktiver Vulkan. Dann kommt die erste Riesenentäuschung. Wir dachten, das es das Permit, das man für den Gipfel benötigt, bzw. für die letzten 163 m, an der Talstation 2.300 m der Seilbahn bekommt. Von wegen das gibt's in der Hauptstadt Santa Cruz! Heike ist stinkesauer! Was soll's, also laufen wir so hoch, wie sie uns lassen. Der Einstieg für den Aufstieg liegt 2 km die Straße wieder zurück. Los geht's auf einer Fahrstraße aus Geröll. Diese zieht sich in weiten Kurven relativ langsam nach oben. Ziemlich windig ist es hier. Vorbei an den Teide-Eiern. 

Vulkanlandschaft Teide-Eier und Ginster Irgendwo da unten liegt Puerto de la Cruz Im Hintergrund Gran Canaria

Die schwarzen Basaltbomben von der Größe eines Kleinwagen sind Relikte der letzten Teide-Eruption. Ihre charakteristische rundliche Form geht auf den rotierenden Flug aus dem Krater zurück. 

Aufi geht's! Rifugio de Altavista Vulkanlandschaft und im Hintergrund Gran Canaria

Nach ca. einer Stunde ist Schluß mit lustig. Jetzt wird erst mal was getrunken. Es geht steil bergauf, bis man die Refugio de Altavista 3.260 m erreicht. Hier oben merkt man die Höhe schon ganz ordentlich. Wir vespern erst mal das Brötchen, das wir vom Frühstück mitgenommen haben. Nur zur Erklärung wir werden neuerdings nicht von einer Semmel satt, sondern die hiesigen Brötchen haben die 2 - 3 fache Größe der unseren. Die Hütte ist nur im Sommer bewirtschaftet. Heike wird ungeduldig. Dann geht's wieder weiter. Der Pfad ist oft recht stufig, was in der Höhe doch immer wieder zu langsameren gehen zwingt. Später stoßen wir auf den Weg von der Bergstation. Jesses was uns da alles entgegen kommt! Die "Schuhe" sind im günstigen Fall Sandalen oder noch besser Schuhe die hinten offen sind teilweise sogar mit Absatz. Dementsprechend schnauben sie, wie einst das N3 Walroß Antje neben einem her. Was wenig verwunderlich ist, wenn wir von 2.350 m in 8 Minuten 1.200 Höhenmeter mit der Seilbahn hochgefahren wären, würden wir sicherlich ebenso schnauben. Wir treffen wieder auf die vier Österreicher die schon auf der Refugio mit uns gerastet haben. Sie haben auch kein Permit und überlegen ob man die Ranger mit gutem zureden nicht dazu bewegen könnte, uns hoch zu lassen. Alles vergebens der Ranger ist ein sehr netter, aber auch unnachgiebiger Spanier. Selbst die Becircungsversuche der einen Österreicherin mit entsprechendem Augenaufschlag und den Hinweisen, das wir doch von sooo weit her gekommen sind und nun schon sooo hoch gelaufen sind, helfen nichts!! 

4 Österreicher und wir, mit einem sehnsüchtigen Blick nach oben auf die letzten 163 m! Seilbahn in der Vulkanlandschaft Teide-Roter Natternkopf

Derweil sehen wir eine junge Frau, die es auf 3.550 m, nachdem sie mit der Seilbahn hochgefahren ist, erst mal zusammen gehauen hat. Man gibt ihr zu trinken und nachdem sie etwas gesessen hat erholt sie sich wieder. Also bleibt uns nichts anderes übrig als zur Bergstation zu gehen, die Aussicht zu genießen und abzufahren. Den gleichen Weg wieder runter zu laufen, möchte ich unseren Knien lieber ersparen. Von der Talstation müssen wir dann noch ca. 2 km auf der Straße zu unserem Auto zurück, was uns aber auf 2.300 m wenig Mühe bereitet. Jetzt geht's noch mit dem Auto wieder eine gute Stunde zurück. Wir kommen rechtzeitig zurück, denn unsere beiden lieben Gastgeber haben uns zum Kaffee trinken mit Marillenkuchen eingeladen. So hat man mal die Gelegenheit sich gemütlich mit den anderen Gästen auszutauschen, was die bisher so unternommen haben bzw. wo sie gegessen haben. Danach gibt's noch einen Cognac, dann Wein und zu guter letzt Knoblauchbrot. Da ich nach der Wanderung nur den Kuchen gegessen habe brauche ich mich nicht zu wundern, das ich den Wein gut spüre. Wir gehen ins Bett.

Teneriffa